Das Wort des Vorstands - Oktober 2020

Veranstalter
Wann
18.10.2020
Zeit
Ort
Kontakt

von Tim Spicher - Vorstand glp Freiburg

Rasant und unkontrollierbar

Die Macht der Fake News – der gesunde Menschenverstand

Man muss nur den gesunden Menschenverstand gebrauchen, um richtig von falsch zu unterscheiden. Wahr von unwahr. Gerade jetzt in Zeiten von Fake News und Misstrauen gegenüber der Wissenschaft.

Fake News haben eine lange Tradition, doch waren sie nie derart präsent wie heute. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Falschmeldungen und Verschwörungstheorien in den sozialen Medien öfters und über längere Zeit geteilt werden, als Nachrichten «seriöser» Medien.   

Selbstverständlich verbreiten auch eben diese «seriösen» Medien Falschmeldungen. Ich mag mich an einen Artikel erinnern, in welchem ein privater (amerikanischer) Wetterdienst verkündete, dass Europa diesen Sommer grosse Hitzewellen und Dürreperioden drohen. In der Folge wurde dieses Szenario von zahlreichen Medien übernommen ohne das Ganze zu hinterfragen. Erst ein paar Tage später meldeten sich Meteorologen und Klimaforscher und kritisierten die Meldung scharf, da eine Voraussage des Wetters zu einem so frühen Zeitpunkt nicht möglich sei.

Es brauchte Meteorologen und Klimaforscher, doch eigentlich hätte jeder selbst merken können oder müssen, dass diese Wetterwarnung Unsinn ist. Man überlege: Wie gut sind die Wetterprognosen im Allgemeinen? Für den jeweils folgenden Tag treffen sie fast zu hundert Prozent zu. Auch für zwei, drei Tage im Voraus sind sie recht treffend. Aber für eine Woche oder zehn Tage? Hier wird es schon schwieriger, beziehungsweise die Prognose ungenauer. Um zu merken, dass eine Wetterprognose auf Monate hinaus Unsinn ist, braucht es also kein Meteorologie-Studium. Die Alltagserfahrung hätte gereicht – oder eben der gesunde Menschenverstand.

Zwar gibt es Fake News, die leicht als solche entlarvt werden, etwa jene, die während der Herbstsession vor dem Bundeshaus «produziert» wurden. Die Polizei räumt den Bundesplatz, die Klimaaktivisten werden weggetragen und gleichzeitig werden Fotos über die Sozialen Medien verbreitet, was für eine Sauerei die Klimaaktivsten hinterlassen hätten. Ein Bild vor Ort zeigte, dass das auch diese Fotos als Fake News gelten können. Im Internet kann jeder posten oder weiterverbreiten, ohne dass die Fakten überprüft worden sind.

Fake News können heute mit Social Media gezielt an ein ausgewähltes Publikum gesendet werden. Auf diese Weise treffen die Falschmeldungen von vornherein auf Menschen, die voreingenommen sind und die Inhalte kaum hinterfragen werden (mit gesundem Menschenverstand analysieren). In der Folge werden diese Posts geteilt und erreichen ein immer grösser werdendes Publikum.

Wir müssen uns fragen: Reicht der gesunde Menschenverstand tatsächlich als Orientierungshilfe und Entscheidungsgrundlage in unserer modernen, komplizierten Welt?

Oder müsste der Qualitätsjournalismus gestärkt werden, um Fake News zu entlarven und Fakten richtigzustellen? Müssten wir in der Schule den gesunden Menschenverstand lernen? Muss der Saat eingreifen und Facebook und Co. dazu verpflichten, Fake News schneller zu löschen?

Ich habe für mich gelernt, jeden Artikel/Post, genau durchzulesen, zu analysieren, mich selbst zu hinterfragen - kann das möglich sein und den Absender der Nachricht anzuschauen. Gerade mit letzterem lassen sich Fake News oftmals schnell entlarven.

 

Was sind Fake News?

Der Begriff ist strittig, denn manche – unter anderem Donald Trump – verwenden ihn für Tatsachen oder Ansichten, die ihnen nicht in den Kram passen. Dagegen versteht die Wissenschaft unter Fake News absichtlich und gezielt gestreute Falschmeldungen und Faktenverdrehungen. Diese dienen meist politischen Absichten und sollen die öffentliche Meinung manipulieren. Nicht unter Fake News laufen hingegen unabsichtliche Fehler wie Falschaussagen von Politikern oder Fehler in Zeitungsartikeln.

Sonntag, 18. Oktober 2020

Das Wort des Vorstands - Oktober 2020

von Tim Spicher - Vorstand glp Freiburg

Rasant und unkontrollierbar

Die Macht der Fake News – der gesunde Menschenverstand

Man muss nur den gesunden Menschenverstand gebrauchen, um richtig von falsch zu unterscheiden. Wahr von unwahr. Gerade jetzt in Zeiten von Fake News und Misstrauen gegenüber der Wissenschaft.

Fake News haben eine lange Tradition, doch waren sie nie derart präsent wie heute. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Falschmeldungen und Verschwörungstheorien in den sozialen Medien öfters und über längere Zeit geteilt werden, als Nachrichten «seriöser» Medien.   

Selbstverständlich verbreiten auch eben diese «seriösen» Medien Falschmeldungen. Ich mag mich an einen Artikel erinnern, in welchem ein privater (amerikanischer) Wetterdienst verkündete, dass Europa diesen Sommer grosse Hitzewellen und Dürreperioden drohen. In der Folge wurde dieses Szenario von zahlreichen Medien übernommen ohne das Ganze zu hinterfragen. Erst ein paar Tage später meldeten sich Meteorologen und Klimaforscher und kritisierten die Meldung scharf, da eine Voraussage des Wetters zu einem so frühen Zeitpunkt nicht möglich sei.

Es brauchte Meteorologen und Klimaforscher, doch eigentlich hätte jeder selbst merken können oder müssen, dass diese Wetterwarnung Unsinn ist. Man überlege: Wie gut sind die Wetterprognosen im Allgemeinen? Für den jeweils folgenden Tag treffen sie fast zu hundert Prozent zu. Auch für zwei, drei Tage im Voraus sind sie recht treffend. Aber für eine Woche oder zehn Tage? Hier wird es schon schwieriger, beziehungsweise die Prognose ungenauer. Um zu merken, dass eine Wetterprognose auf Monate hinaus Unsinn ist, braucht es also kein Meteorologie-Studium. Die Alltagserfahrung hätte gereicht – oder eben der gesunde Menschenverstand.

Zwar gibt es Fake News, die leicht als solche entlarvt werden, etwa jene, die während der Herbstsession vor dem Bundeshaus «produziert» wurden. Die Polizei räumt den Bundesplatz, die Klimaaktivisten werden weggetragen und gleichzeitig werden Fotos über die Sozialen Medien verbreitet, was für eine Sauerei die Klimaaktivsten hinterlassen hätten. Ein Bild vor Ort zeigte, dass das auch diese Fotos als Fake News gelten können. Im Internet kann jeder posten oder weiterverbreiten, ohne dass die Fakten überprüft worden sind.

Fake News können heute mit Social Media gezielt an ein ausgewähltes Publikum gesendet werden. Auf diese Weise treffen die Falschmeldungen von vornherein auf Menschen, die voreingenommen sind und die Inhalte kaum hinterfragen werden (mit gesundem Menschenverstand analysieren). In der Folge werden diese Posts geteilt und erreichen ein immer grösser werdendes Publikum.

Wir müssen uns fragen: Reicht der gesunde Menschenverstand tatsächlich als Orientierungshilfe und Entscheidungsgrundlage in unserer modernen, komplizierten Welt?

Oder müsste der Qualitätsjournalismus gestärkt werden, um Fake News zu entlarven und Fakten richtigzustellen? Müssten wir in der Schule den gesunden Menschenverstand lernen? Muss der Saat eingreifen und Facebook und Co. dazu verpflichten, Fake News schneller zu löschen?

Ich habe für mich gelernt, jeden Artikel/Post, genau durchzulesen, zu analysieren, mich selbst zu hinterfragen - kann das möglich sein und den Absender der Nachricht anzuschauen. Gerade mit letzterem lassen sich Fake News oftmals schnell entlarven.

 

Was sind Fake News?

Der Begriff ist strittig, denn manche – unter anderem Donald Trump – verwenden ihn für Tatsachen oder Ansichten, die ihnen nicht in den Kram passen. Dagegen versteht die Wissenschaft unter Fake News absichtlich und gezielt gestreute Falschmeldungen und Faktenverdrehungen. Diese dienen meist politischen Absichten und sollen die öffentliche Meinung manipulieren. Nicht unter Fake News laufen hingegen unabsichtliche Fehler wie Falschaussagen von Politikern oder Fehler in Zeitungsartikeln.

Sonntag, 18. Oktober 2020

Das Wort des Vorstands - Oktober 2020

von Tim Spicher - Vorstand glp Freiburg

Rasant und unkontrollierbar

Die Macht der Fake News – der gesunde Menschenverstand

Man muss nur den gesunden Menschenverstand gebrauchen, um richtig von falsch zu unterscheiden. Wahr von unwahr. Gerade jetzt in Zeiten von Fake News und Misstrauen gegenüber der Wissenschaft.

Fake News haben eine lange Tradition, doch waren sie nie derart präsent wie heute. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Falschmeldungen und Verschwörungstheorien in den sozialen Medien öfters und über längere Zeit geteilt werden, als Nachrichten «seriöser» Medien.   

Selbstverständlich verbreiten auch eben diese «seriösen» Medien Falschmeldungen. Ich mag mich an einen Artikel erinnern, in welchem ein privater (amerikanischer) Wetterdienst verkündete, dass Europa diesen Sommer grosse Hitzewellen und Dürreperioden drohen. In der Folge wurde dieses Szenario von zahlreichen Medien übernommen ohne das Ganze zu hinterfragen. Erst ein paar Tage später meldeten sich Meteorologen und Klimaforscher und kritisierten die Meldung scharf, da eine Voraussage des Wetters zu einem so frühen Zeitpunkt nicht möglich sei.

Es brauchte Meteorologen und Klimaforscher, doch eigentlich hätte jeder selbst merken können oder müssen, dass diese Wetterwarnung Unsinn ist. Man überlege: Wie gut sind die Wetterprognosen im Allgemeinen? Für den jeweils folgenden Tag treffen sie fast zu hundert Prozent zu. Auch für zwei, drei Tage im Voraus sind sie recht treffend. Aber für eine Woche oder zehn Tage? Hier wird es schon schwieriger, beziehungsweise die Prognose ungenauer. Um zu merken, dass eine Wetterprognose auf Monate hinaus Unsinn ist, braucht es also kein Meteorologie-Studium. Die Alltagserfahrung hätte gereicht – oder eben der gesunde Menschenverstand.

Zwar gibt es Fake News, die leicht als solche entlarvt werden, etwa jene, die während der Herbstsession vor dem Bundeshaus «produziert» wurden. Die Polizei räumt den Bundesplatz, die Klimaaktivisten werden weggetragen und gleichzeitig werden Fotos über die Sozialen Medien verbreitet, was für eine Sauerei die Klimaaktivsten hinterlassen hätten. Ein Bild vor Ort zeigte, dass das auch diese Fotos als Fake News gelten können. Im Internet kann jeder posten oder weiterverbreiten, ohne dass die Fakten überprüft worden sind.

Fake News können heute mit Social Media gezielt an ein ausgewähltes Publikum gesendet werden. Auf diese Weise treffen die Falschmeldungen von vornherein auf Menschen, die voreingenommen sind und die Inhalte kaum hinterfragen werden (mit gesundem Menschenverstand analysieren). In der Folge werden diese Posts geteilt und erreichen ein immer grösser werdendes Publikum.

Wir müssen uns fragen: Reicht der gesunde Menschenverstand tatsächlich als Orientierungshilfe und Entscheidungsgrundlage in unserer modernen, komplizierten Welt?

Oder müsste der Qualitätsjournalismus gestärkt werden, um Fake News zu entlarven und Fakten richtigzustellen? Müssten wir in der Schule den gesunden Menschenverstand lernen? Muss der Saat eingreifen und Facebook und Co. dazu verpflichten, Fake News schneller zu löschen?

Ich habe für mich gelernt, jeden Artikel/Post, genau durchzulesen, zu analysieren, mich selbst zu hinterfragen - kann das möglich sein und den Absender der Nachricht anzuschauen. Gerade mit letzterem lassen sich Fake News oftmals schnell entlarven.

 

Was sind Fake News?

Der Begriff ist strittig, denn manche – unter anderem Donald Trump – verwenden ihn für Tatsachen oder Ansichten, die ihnen nicht in den Kram passen. Dagegen versteht die Wissenschaft unter Fake News absichtlich und gezielt gestreute Falschmeldungen und Faktenverdrehungen. Diese dienen meist politischen Absichten und sollen die öffentliche Meinung manipulieren. Nicht unter Fake News laufen hingegen unabsichtliche Fehler wie Falschaussagen von Politikern oder Fehler in Zeitungsartikeln.